Warum isländisches Essen dich überrascht
Islands Küche ist auf einer rauen Landschaft aufgebaut: kalte Meere, vulkanischer Boden und lange Winter. Das Ergebnis sind frischer Fisch, frei weidendes Lamm und clevere Konservierung. Moderne Restaurants in Reykjavík sind ausgezeichnet, aber die besten Mahlzeiten sind oft die einfachsten.
Typische Gerichte zum Probieren
- Lamm — isländisches Lamm weidet auf wilden Kräutern, was ihm einen reinen, leicht wilden Geschmack verleiht. Bestelle es gebraten oder probiere kjotsupa, eine herzhafte Suppe aus Lamm und Gemüse.
- Plokkfiskur — ein wohltuendes Püree aus Fisch (meist Kabeljau oder Schellfisch), Kartoffeln, Zwiebeln und Béchamel, serviert mit dunklem Roggenbrot und Butter.
- Frischer Fisch — Kabeljau, Schellfisch, Saibling und Kaisergranat (humar) sind weltklasse. Küstenorte wie Höfn sind berühmt für Kaisergranat.
- Skyr — ein dickes, proteinreiches Sauermilchprodukt, gegessen mit Beeren oder Sahne. Technisch gesehen ein Käse, schmeckt aber wie Joghurt.
- Rugbraud — dichtes, süßes Roggenbrot, traditionell mit geothermischer Hitze im Boden nahe Laugarvatn gebacken.
Streetfood und schnelle Bissen
- Pylsur (Hotdog) — der Nationalsnack. Hol dir einen bei Baejarins Beztu Pylsur in Reykjavík, bestellt als *eina med ollu* (einer mit allem: rohe und gebratene Zwiebeln, Ketchup, süßer Senf und Remoulade). Rund 600 ISK.
- Fish and Chips — frisch und leicht, an Ständen in ganz Reykjavík zu finden.
- Kleinur — gedrehte, frittierte Krapfen, perfekt zum Kaffee.
Für Abenteuerlustige
- Hakarl — fermentierter Grönlandhai, serviert in kleinen Würfeln mit einem Schnaps Brennivin (Kümmelschnaps mit dem Spitznamen Schwarzer Tod). Kräftig, ammoniaklastig und eine Mutprobe.
- Hra… geräuchertes Lamm (hangikjot) und abgesengter Schafskopf (svid) tauchen um Weihnachten und beim mittwinterlichen Thorrablot-Fest auf.
Was man trinkt
- Leitungswasser gehört zum reinsten der Erde — kaufe niemals Flaschenwasser.
- Die Kaffeekultur ist stark; Cafés bieten kostenlose Nachschenks.
- Bier war bis 1989 verboten; heute florieren Craft-Brauereien wie Einstok und Borg.
- Brennivin ist die typische Spirituose. Alkohol wird nur in den staatlichen Vinbudin-Läden verkauft, nicht in Supermärkten.
Praktische Tipps fürs Essengehen
- Island ist teuer: ein Hauptgericht kostet 3.000–6.000 ISK; ein Bier 1.200–1.800 ISK.
- Trinkgeld wird nicht erwartet — der Service ist inbegriffen.
- Leitungswasser ist kostenlos; frag danach, statt Getränke zu kaufen.
- Nutze die Supermärkte Bonus oder Kronan, um selbst zu kochen und Geld zu sparen.
- Viele Restaurants auf dem Land schließen früh, reserviere also außerhalb von Reykjavík im Voraus.
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