Der erste Eindruck zaehlt
In Frankreich ist Hoeflichkeit nicht optional, sondern die soziale Waehrung. Die wichtigste Regel: Sagen Sie immer bonjour, wenn Sie ein Geschaeft betreten, in einen Bus steigen oder jemanden um Hilfe bitten. Es wegzulassen kann unhoeflich wirken. Nach 18 Uhr wechseln Sie zu bonsoir. Beim Gehen kommen Sie mit au revoir und einem Laecheln weit.
Begruessung: der Kuss und der Handschlag
Die beruehmte bise (Wangenkuss) ist fuer Freunde und Familie, meist zwei leichte Kuesschen beginnend auf der rechten Seite, wobei die Provence oft drei und Teile des Nordens vier machen. Bei Fremden oder im Geschaeftsleben ist ein fester Handschlag ueblich. Sprechen Sie Menschen mit Monsieur oder Madame an, bis man Sie zum Vornamen einlaedt, und verwenden Sie vous statt des vertrauten tu bei allen, die Sie nicht gut kennen.
Tischsitten
Franzoesische Mahlzeiten sind geruhsame Rituale. Halten Sie beide Haende sichtbar auf dem Tisch, nicht im Schoss. Brot kommt direkt auf die Tischdecke, nicht auf den Teller, und Sie reissen es ab, statt hineinzubeissen. Warten Sie, bis der Gastgeber bon appetit sagt, bevor Sie essen. Zu sagen, dass Sie satt sind, ist in Ordnung, aber Essen uebrig zu lassen wird eher akzeptiert, als den Teller zu ueberladen.
- Bitten Sie in einem feinen Restaurant nicht um eine Reste-Tuete, auch wenn es langsam akzeptabler wird
- Wein wird zuerst fuer andere und dann fuer sich selbst eingeschenkt
- Kaffee kommt nach dem Dessert, nie zusammen mit dem Essen
Trinkgeld-Gepflogenheiten
Der Service ist gesetzlich inbegriffen (service compris), daher wird Trinkgeld nicht so erwartet wie in Nordamerika. Bei gutem Service ist Aufrunden oder ein bis zwei Euro in einem Cafe grosszuegig; in einem gehobenen Restaurant werden fuenf bis zehn Prozent geschaetzt, sind aber nie Pflicht. Taxifahrer und Hotelpersonal freuen sich ueber ein oder zwei Euro.
Was man tun und lassen sollte
- Senken Sie in Restaurants und im oeffentlichen Nahverkehr die Stimme; Lautstaerke wirkt unhoeflich
- Kleiden Sie sich gepflegt, die Franzosen schaetzen ein gutes Erscheinungsbild mehr als auffaellige Logos
- Wechseln Sie nicht sofort ins Englische; selbst ein unbeholfener Versuch auf Franzoesisch wird herzlich aufgenommen
- Sprechen Sie nicht ueber Geld oder Gehaelter; das gilt als unfein
- Stellen Sie sich an und respektieren Sie die persoenliche Distanz auf Maerkten und in Baeckereien
Traditionen, die man kennen sollte
Das Mittagessen ist heilig, viele Geschaefte schliessen zwischen 12 und 14 Uhr, besonders ausserhalb von Paris. Sonntage sind ruhige Familientage. Der apero (Getraenke vor dem Abendessen) ist ein geliebtes geselliges Ritual. Der Nationalstolz sitzt tief bei Essen, Wein und Sprache, daher bringt das Loben einer regionalen Spezialitaet sofort Wohlwollen ein.
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